Kein Stadtfest – keine Überraschung

Unser Dank gilt Helge Nickel für sein langjähriges Engagement rund um das Stadtfest. Zusammen mit dem Bluesfest und dem Motorradtreffen (das nun auch nicht mehr stattfinden soll), hat Nickel etwas geschaffen, das für viele in Eutin und Umgebung fester Bestandteil ihres jährlichen Veranstaltungskalenders war.

Nun hat Nickel angekündigt, das Eutiner Stadtfest mit seiner Firma kreativ + konkret künftig nicht mehr zu organisieren. Diese Ankündigung kommt für diejenigen, die in den letzten Jahren die Presse verfolgt haben, nicht überraschend. Immer unversöhnlicher wurde der Ton zwischen Nickel und der Stadt. Kritik und Forderungen wurden häufig über die Medien angemeldet. Die Situation war verfahren, und wo genau das Problem lag, konnte kaum noch nachvollzogen werden. Und das musste es auch nicht.

Denn mit dem Rückzug Nickels haben Politik und Verwaltung nun Gelegenheit, das Konzept des Stadtfestes zu überdenken – und neu zu denken. Dazu gehört auch die Frage, ob man den Flohmarkt in seiner zuletzt sehr kommerziellen Form beibehalten möchte. Ob die Kosten für die erhöhten Sicherheitsanforderungen wirklich auf den Veranstalter abgewälzt werden sollten.

Bei der Überarbeitung des Konzepts sollten die Bürger_innen einbezogen werden. Für 2017 allerdings scheint – nach Landesgartenschau und während der ersten Phase der Innenstadtsanierung –  eine Pause angemessen. Warum sich also nicht die Zeit nehmen für eine Bestandsaufnahme: Was ist machbar? Wie stellen sich die Eutiner_innen das Stadtfest vor? Was hat sich bewährt, was hat sich nicht (mehr) bewährt? Welche Rolle könnte oder sollte die Stadt spielen beim Stadtfest? Wie können Kinder (wieder) mehr einbezogen werden?

Die neue Situation bietet auch Chancen. Doch um sie zu nutzen, muss man aktiv werden.