Still und leise: Eutins schwarz-grünes Bündnis zerfällt

Was ist los in Eutins Stadtvertretung? Bereits Ende des vergangenen Jahres war der für die Grünen in die Eutiner Stadtvertretung gewählte Dr. Udo Klussmann zur SPD übergetreten. Dadurch schrumpfte die schwarz-grüne Mehrheit in der Stadtvertretung auf eine Stimme zusammen. Und nun die CDU. Noch ist unklar, ob der gerade aus der CDU ausgetretene Stadtvertreter Olaf Schmidt weiterhin mit seinen früheren Parteikolleg_innen abstimmen wird. Das Gefühl bleibt, dass er dann nicht hätte austreten müssen. Unklar ist derzeit auch, ob das ein doppeltes Knacken im Gebälk war oder doch viel mehr. Ob das schwarz-grüne Gebälk überhaupt noch existiert.

Eine andere Fragestellung scheint dem Kern des Problems näher zu kommen: Wollten die Eutiner_innen, die bei den letzen Kommunalwahlen die Grünen unterstützt haben, tatsächlich eine konservative schwarz-grüne Mehrheit im Eutiner Rathaus? Eine zweite CDU? Eine grüne Partei, die auf Eutiner und Kreisebene gemeinsam mit der CDU gegen die Werte ihres Parteiprogramms stimmt (siehe Gleichstellunsgbeauftragte)?

Die Stadtvertreter_innen von schwarz und grün jedenfalls verfügen nun nur noch über 13 der 27 Sitze. Bemerkenswert ist daher die Stille in den lokalen und regionalen Medien: Zumindest die Lübecker Nachrichten haben in der heutigen Ausgabe über den bereits zum Wochenende erfolgten Austritt in einer Randnotiz berichtet. Vom Ostholsteiner Anzeiger gab es bis heute noch keinen Bericht.

Man darf gespannt sein, wie sich die jüngsten Ereignisse auf die Mehrheiten und das Abstimmungsverhalten in der Eutiner Stadtvertretung auswirken und ob das schwarz-grüne Bündnis bis zu den Kommunalwahlen im Mai 2018 hält.

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