Dokumentation

Wieso dauert das eigentlich alles so lange?

Über Schulpolitik in Eutin

Einführung

Anlässlich der Berichterstattung über den letzten Schulausschuss wundert sich der eine oder andere möglicherweise, warum alles so lange dauert. Hier stellen wir die Sicht der SPD dar.

(Diese stellt zur Zeit eine Minderheitenmeinung dar. Die Mehrheitsfraktionen mögen sie auch schon gar nicht mehr hören. Wir wollen aber nicht Millionen Euro ausgeben, wenn es nicht für etwas wirklich Gutes ist. Und daher streiten wir weiter.)

Die Eutiner Schulpolitik muss sich (unter anderem) um folgende Problemfelder kümmern:

Wisser-Schule

Die Wisser-Schule braucht eine neue Schulsporthalle. Mittelfristig soll der Standort am See aufgegeben werden, damit alle Schüler_innen gemeinsam an einem Standort lernen können. Es bedarf neuer Fachräume und einer Mensa. Außerdem ist der barrierefreie Ausbau notwendig (und das heißt keineswegs nur rollstuhlgerechte Gestaltung). Insgesamt ist das Gelände der Wisser-Schule recht klein; Zukäufe sind nach Verwaltungsauskunft nicht möglich.

Für den Bau der Schulsporthalle favorisieren die meisten Fraktionen den Standort Alter Güterbahnhof. Die SPD lehnt ihn ab, weil er dem sinnvollen Wunsch nach einer Schule an einem Standort widerspricht, nur mittels stadtarchitektonisch fragwürdiger Lösungen barrierefrei zu erschließen ist und zudem unzumutbar lange Wege notwendig macht. Auch die Schulkonferenz der Wisser-Schule (Lehrkräfte, Schüler_innen und Eltern einstimmig!) sowie der Schulrat lehnen den Standort als ungeeignet ab. Die SPD hält Schulpolitik gegen die Betroffenen für falsch.

Gustav-Peters-Schule

Während die Hauptstelle der Gustav-Peters-Schule grundlegend saniert wurde, ist dies beim Standort am See dringend nötig. Das Gebäude am See teilen sich derzeit die Grundschule und die 5. und 6. Klassen der Wisser-Schule. Sowohl die Gebäude als auch die Turnhalle sind nicht in dem Zustand, der Eutiner Schulen angemessen wäre. Ein Verwaltungsvorschlag sieht vor, nach dem Bau der Zusatzräume am Standort Berg die Wisser-Klassen in die Wisser-Schule am Berg zu holen und nach einer Sanierung des freiwerdenden Teils der Schule am See die Grundschule dorthin umzuziehen, während die Pavillonbauten abgerissen würden. Allerdings stellt sich hier die Frage, ob wir wirklich viele Millionen Euro in die Sanierung eines alten Gebäudes investieren sollten oder ob ein Neubau nicht sinnvoller wäre.

Auch die Standortfrage stellt sich: zwei Standorte sind im Sinne der kurzen Wege für kurze Beine sinnvoll, schulorganisatorisch aber immer eine Herausforderung und mit Belastungen verbunden. Würde der Standort am See aufgegeben und stattdessen am Gebäude in der Blauen Lehmkuhle ein Anbau gebaut, müsste ein Schulbusverkehr organisiert werden, um beispielsweise Schüler_innen aus dem Charlottenviertel zur Blauen Lehmkuhle zu fahren.

Mögliche Lösungen

Die SPD ist nicht zufrieden mit den derzeit mehrheitlich favorisierten Lösungen. Eine mögliche Alternative könnte sein:

ein neues Schulgebäude für die Wisser-Schule inklusive Schulsporthalle an einem neuen Standort. (Welche Standorte in Frage kämen, wäre von der Verwaltung zu klären. Bei der Diskussion möglicher Alternativstandorte für die »Bounty« hat sie dies vorbildlich ausgeführt.)

Variante 1: Im Gespräch ist beispielsweise ein größeres Gelände an der Oldenburger Landstraße. Hier könnte ein neues Gebäude nach neuestem Stand der Technik, Anforderungen moderner Pädagogik und Inklusionsvorgaben gebaut werden.

Wenn gewünscht, wäre hier eine Zweigstelle der Gustav-Peters-Schule integrierbar, sodass die Problematik langer Weg für Grundschüler_innen entfiele.

Auch die wenigen weiterhin notwendigen Räume für die Albert-Mahlstedt-Schule wären einzuplanen, sodass der Nachteil räumlicher Trennung der Gustav-Peters-Schule ein wenig kompensiert würde durch die Nähe der Sonderpädagogen.

Der Zukauf des (nicht stadteigenen) Geländes könnte durch Verkauf der Gebäude und Grundstücke am Berg und am See, ggf. auch der Albert-Mahlstedt-Schule bzw. eine kostensparende Umnutzung finanziert werden.

Variante 2: die Wisser-Schule zieht in ein neues Gebäude zwischen Gustav-Peters-Schule und Regenbogenbrücke. Die Grundschulklassen am See ziehen in einen zu erstellenden Anbau an die Gustav-Peters-Schule.

Variante 3 ff.:Andere Varianten wären sicher denkbar – und wir begreifen die bisherige Darstellung als Einladung zum Mitdenken. Wenn wir alle gemeinsam suchen, werden wir schon eine Möglichkeit finden.

Auch in den Schulgebäuden zeigt sich, welchen Stellenwert eine Stadt ihren Kindern und der Bildung einräumt. Der SPD erscheint wichtig, dass Eutin als Schulstandort wieder so attraktiv wird wie es für ein Mittelzentrum angemessen ist. Das schaffen wir nicht mit einer Schulsporthalle ohne Schüler_innen und Flickwerk hier und da, sondern mit mutigen Entwürfen für zeitgemäße Schulen.