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Demokratie geht anders: Bürgerinitiative sagt Teilnahme an Podiumsdiskussion ab

Zwei relativ neutrale regionale Zeitungen bieten an, kurz vor dem Bürgerentscheid über die Zukunft des Hauses des Gastes eine Podiumsdiskussion zu veranstalten.  Die Spielregeln: jeweils zwei Befürworter und zwei Gegner des Erhaltes des Hauses des Gastes nehmen teil sowie der Bürgermeister als neutraler Experte zu rechtlichen und fachlichen Aspekten. Und was macht die Bürgerinitiative? Sagt ihre Teilnahme an der Diskussion ab. Und stellt sich als Opfer einer Verschwörung von Verwaltung und Politik dar.

Dies ist das neueste Kapitel in der langen Geschichte zum Haus des Gastes. Zuvor hatte die Bürgerinitiative (BI) eine Liste mit Vereinen in Umlauf gebracht, die angeblich das Haus des Gastes nutzen wollten. Viele dieser Vereine haben eine solche Behauptung nie gemacht.

Sicherlich könnte man wunderbar darüber diskutieren, ob der Bürgermeister in dieser Angelegenheit die notwendige Neutralität an den Tag gelegt hat. Aber darum geht es hier nicht. Denn laut Planung von Lübecker Nachrichten und OHA sollte Behnk nicht auf dem Podium sitzen, sondern lediglich Fachfragen beantworten. Die Vertreter der beiden Zeitungen hätten als Moderatoren die Aufgabe gehabt, den Bürgermeister auf diese Rolle zu beschränken. Und selbst neutral zu sein.

Wochenlang haben hat sich die Bürgerinitiative über fehlende Waffengleichheit gegenüber Politik und Verwaltung beschwert. Die Parteien mit ihren angeblich unendlichen finanziellen Möglichkeiten würden wegen der gleichzeitig stattfindenden Landtagswahl gegen das Haus des Gastes plakatieren. Tatsächlich aber hat bisher nur die BI zum Haus des Gastes plakatiert. Denn die Parteien beschäftigen sich mit der Landtagswahl.

Die Absage an der Teilnahme zur Podiumsdiskussion lässt nur eine Schlussfolgerung: Die BI hat der Öffentlichkeit bereits all ihre Argumente in ausreichender Weise dargelegt. Eine weitere publikums- und medienwirksame Podiumsdiskussion braucht sie nicht. Dann aber ist es offensichtlich, dass die BI nicht das Opfer ist. Demokratie geht anders.