Ausschüsse

Beschlussfassung zu G8/G9

Gestern hatte der Schulausschuss unter der Leitung von Hanjo Iwanowitsch zu beraten, welche Haltung er in Bezug auf die künftige Ausrichtung der beiden städtischen Gymnasien einnimmt.

Hintergrund der Entscheidung ist das von der schwarzgelben Koalition in Kiel neu verabschiedete Schulgesetz. Es sieht in geordneter Anarchie vor, dass Gymnasien entweder beim unter Mühen eingeführten G8-Bildungsgang bleiben, in Form eines Y-Modells G8 und G9 parallel anbieten oder aber zu G9 zurückkehren können. Im Gesetz heißt es hierzu: »Die Schulleiterin oder der Schulleiter beschließt im Einvernehmen mit der Schulkonferenz und dem Schulträger, ob an der Schule ein acht- oder ein neunjähriger Bildungsgang oder beide Bildungsgänge angeboten werden.« [Synopsis]

Das Problem für die Entscheidungsfindung des Schulausschusses war nun, dass die Weber-Schule sich sehr schnell und eindeutig für G9 entschieden hat, die Voss-Schule jedoch kein Einvernehmen zwischen Schulleitung und Schulkonferenz herstellen konnte: die Schulkonferenz hatte den Antrag des Schulleiters auf Weiterführung des G8-Weges mit knapper Mehrheit abgelehnt, der Schulleiter jedoch befürwortet weiterhin G8.

Die Mitglieder des Schulausschusses haben sich die Standpunkte aller beteiligten Schulen und der Elternvertreter angehört und nach reiflicher Überlegung und einer kurzen Sitzungsunterbrechung beschlossen, der Verwaltungsvorlage zu folgen. Es wurde daher – vorbehaltlich des noch ausstehenden Schulkonferenzbeschlusses der Weber-Schule – beschlossen, sich im Falle der Weber-Schule für G9, im Falle der Voss-Schule für G8 auszusprechen. Da die Entscheidung im Falle der Voss-Schule nicht einvernehmlich getroffen wurde, liegt die letzte Entscheidung beim Ministerium in Kiel.

Wenn das Ministerium der Entscheidung des Schulausschusses folgt, hat Eutin ein denkbar breites Spektrum an direkten Bildungswegen zum Abitur: ein Gymnasium mit G8-, eines mit G9-Bildungsgang, zusätzlich das schon jetzt bestehende Angebot der Wisser-Schule, über den Abschluss dort und die anschließende Oberstufe am Beruflichen Gymnasium der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Eutin die allgemeine Hochschulreife zu erlangen.

Es berichten auch der Ostholsteiner Anzeiger und die Lübecker Nachrichten.