Eutin

140 Jahre Eutiner SPD

Am 7. November 2009 feiern wir Eutiner Sozialdemokraten ein besonderes Jubiläum. Unser Ortsverein wird 140 Jahre alt und ist damit die politische Gruppierung mit der längsten Tradition in der Rosenstadt. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1869 zurück. Am 7.11.1869, einem Sonntag, wurde der „Allgemeine Deutsche Arbeiterverein“ (ADAV) im Saal der Eutiner Herberge des Gastwirtes Struck am Markt gegründet. Der ADAV gilt anerkanntermaßen als Vorgängerorganisation der SPD. Initiator war der Eutiner Bevollmächtigte des „Deutschen Zimmermanns-Vereins“, der den Genossen Vater vom Hamburger ADAV zu einer Vortragsveranstaltung eingeladen hatte. Im Anschluss daran erfolgte die Gründung der Eutiner ADAV-Ortsgruppe.

Die Eutiner Sozialdemokraten würdigen das Bestehen ihres Ortsvereins mit einem Festakt am 7. November 2009 in den Eutiner Schlossterrassen mit Gästen aus Politik und Gesellschaft. Die Festrede hält der SPD-Landesvorsitzende Dr. Ralf Stegner. Ergänzt wird sein Vortrag durch generationsübergreifende Gedanken zum Geburtstag durch Mutter (Ehrenstadtvertreterin Gisela Poersch) und Tochter (Landtagsabgeordnete Regina Poersch). Nicht alltägliche Ehrungen stehen auch auf der Tagesordnung. Für langjährige Mitgliedschaft werden Arnold Reinholdt (SPD-Mitglied seit dem 01.02.1946) und Selma Harasymink (Mitglied seit 1952) ausgezeichnet.

Lena Krämer sorgt für die musikalische Untermalung des SPD-Ehrentages.

Unser Ortsvereinsvorsitzender Uwe Tewes erinnert daran, dass politische Betätigungen zur Gründerzeit von der Staatsmacht massiv behindert wurden. Seit dem 19.7.1855 bis mindestens 1890 waren im Fürstentum Lübeck „Arbeitervereine und Verbrüderungen, welche politische, socialistische oder communistische Zwecke verfolgen“, verboten. Die von Bismarck durchgesetzten Sozialistengesetze im Jahre 1878 konnten den starken Zulauf der Arbeiterschaft zur Sozialdemokratie aber nicht verhindern. Da legale politische Arbeit verboten war, entstanden eine ganze Reihe von „Tarnorganisationen“ wie die Arbeiterbildungsvereine, Konsumgenossen- schaften, Wahlvereine, Wohlfahrtsorganisationen und Arbeitersportvereine.

Der von Ferdinand Lasalle ins Leben gerufene ADAV zählte 1873 in Ostholstein schon mehr als 400 Anhänger und konnte bei den Reichstagswahlen 1874 in Schleswig-Holstein rund ein Drittel der Stimmen auf sich vereinigen, was sich allerdings aufgrund des Wahlrechtes nur in zwei Mandaten niederschlug.

Geburtsort der SPD war dann 1875 Gotha, als sich der ADAV und die von August Bebel und Wilhelm Liebknecht gegründete „Sozialdemokratische Arbeiterpartei“ zur „Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands“ vereinigten.

„Gerade in einer Zeit, in der sich soviel verändert, ist es wichtig, sich auf seine Wurzeln zu besinnen“, erklärt Uwe Tewes. „Die SPD ist eine Partei, die sich für die soziale Gerechtigkeit eingesetzt, das habe sich auch heute unter den veränderten Rahmenbedingungen nicht geändert. Einer Umverteilung von unten nach oben, wie sie sich unter der neuen CDU/FDP-Koalition abzeichnet, wird sich die SPD vehement widersetzen.“

Für den Eutiner SPD-Ortsverein hebt Uwe Tewes hervor, dass nach der Kommunalwahl 2008 und dem damit verbundenen Verlust der absoluten CDU-Mehrheit die SPD-Fraktion in der Eutiner Stadtvertretung eine besondere Verantwortung für die Geschicke in unserer Stadt habe.

Dieses Vertrauen der Wähler sei für alle Eutiner Sozialdemokraten eine große Verpflichtung, das es einzulösen gilt. Unseren Eutiner SPD-Ortsverein und sich sieht er dabei auf einem guten Weg, was auch mehrere Parteieintritte in jüngster Zeit sowie die <a href=«http://www.spd-eutin.de/index.php?/archives/114-Neugruendung-der-Jusos-Eutin.html«>Neugründung der Juso-AG</a> bestätigen.